
Neben dir springt jemand auf, ruft „Abseits!“, schlägt die Hände vors Gesicht – und du hast nur gesehen, dass alle plötzlich stehen bleiben. Wenn dein Schatz Eishockey schaut und dein Partner oder deine Partnerin diesen Sport liebt, bist du mit dieser Situation nicht allein. Die gute Nachricht: Mit einer Handvoll Begriffen verstehst du schon den größten Teil eines Spiels. Hier sind sie, ohne Fachchinesisch.
Die Grundlagen: Wer spielt wie lange?
- Spieler: Jede Mannschaft hat gleichzeitig sechs Spieler auf dem Eis, fünf Feldspieler und einen Torhüter. Im Kader stehen nach den Regeln des Weltverbands IIHF bis zu 22 Spieler.
- Drittel: Ein Spiel hat drei Drittel mit je 20 Minuten. Gemeint ist reine Spielzeit: Bei jedem Pfiff und nach jedem Tor stoppt die Uhr. Deshalb dauert ein Abend in der Halle mit den Pausen etwa zwei bis drei Stunden.
- Drittelpause: Zwischen den Dritteln gibt es eine Pause, nach den IIHF-Regeln 15 Minuten. Zeit für Getränke, Bratwurst und deine Fragen.
- Fliegender Wechsel: Die Spieler wechseln während des laufenden Spiels über die Bande. Nicht wundern, wenn ständig neue Gesichter auftauchen.
- Puck: Die kleine Hartgummischeibe, um die sich alles dreht.
Bully: So geht es los
Das Bully (englisch Face-off) startet jedes Drittel und setzt das Spiel nach jeder Unterbrechung fort. Ein Schiedsrichter oder Linienrichter lässt den Puck zwischen die Stöcke von zwei gegnerischen Spielern fallen, beide versuchen, ihn ihrer Mannschaft zuzuspielen. Torhüter dürfen nicht zum Bully antreten.
Ausgeführt wird es nur an neun markierten Bullypunkten: einer in der Mitte, vier im mittleren Drittel und vier in den Verteidigungsdritteln vor den Toren. Wo das Bully stattfindet, hängt davon ab, warum unterbrochen wurde. Ein Bully direkt vor dem eigenen Tor ist für Fans immer ein kleiner Nervenkitzel.
Das Spielfeld: Linien, die du kennen solltest

- Rote Mittellinie: teilt das Feld in zwei Hälften. Wichtig für das Icing.
- Blaue Linien: teilen das Feld in drei Drittel – Verteidigungsdrittel, neutrale Zone und Angriffsdrittel. Wichtig für das Abseits.
- Torlinie: die rote Linie, auf der das Tor steht.
- Torraum: der farbig markierte Halbkreis vor dem Tor. Hier hat der Torhüter Vorrang.
- Slot: die Fläche direkt vor dem Tor zwischen den Bullykreisen – von hier fallen besonders viele Tore.
Abseits: der Pfiff, den alle verstehen außer dir
Ein Angreifer darf nicht vor dem Puck ins gegnerische Drittel fahren. Abseits ist, wenn beide Schlittschuhe eines Angreifers vollständig über der blauen Linie sind, bevor der Puck sie ganz überquert hat. Berührt ein Schlittschuh noch die Linie, ist alles in Ordnung.
Beim verzögerten Abseits hebt der Linienrichter nur den Arm, das Spiel läuft weiter. Verlassen die Angreifer das Drittel wieder, ohne den Puck zu berühren, hebt er das Abseits auf. Deshalb siehst du manchmal, wie mehrere Spieler kurz zurückfahren und gleich wieder angreifen.
Icing: der unerlaubte Weitschuss
Beim Icing schießt eine Mannschaft den Puck aus der eigenen Hälfte – also von hinter der roten Mittellinie – über die gegnerische Torlinie. Statt eines Befreiungsschlags gibt es dann ein Bully im eigenen Verteidigungsdrittel. Und die Mannschaft, die das Icing verursacht hat, darf vorher nicht wechseln. Die müden Spieler bleiben also auf dem Eis, genau das macht Icing so ärgerlich.
Ob gepfiffen wird, entscheidet der Linienrichter, wenn die Spieler zum Puck sprinten: Er beurteilt dieses Rennen spätestens, wenn der erste die Bullypunkte vor dem Tor erreicht. Kein Icing gibt es, wenn die schießende Mannschaft gerade in Unterzahl spielt oder wenn ein Gegner oder der Torhüter den Puck vorher berührt.
Strafen: Wer muss wie lange raus?
Wer foult, muss auf die Strafbank. Die wichtigsten Strafen:
Strafbank-Anzeige
- 2:00Kleine StrafeFür die meisten Fouls. Fällt in dieser Zeit ein Gegentor, darf der Spieler sofort zurück.2 Minuten Unterzahl
- 2+2Doppelte kleine StrafeZum Beispiel bei hohem Stock mit Verletzung im Gesicht. Ein Gegentor beendet nur einen Teil.4 Minuten Unterzahl
- 5:00Große StrafeFür schwere oder gefährliche Fouls. Der Spieler darf nicht ersetzt werden.5 Minuten Unterzahl
- 10:00DisziplinarstrafeDer Spieler muss raus, ein Mitspieler darf aber sofort für ihn aufs Eis.Keine Unterzahl
- AusSpieldauer-DisziplinarstrafeDer Spieler ist für den Rest des Spiels draußen.Ausschluss
Typische Fouls, die du in der Halle hören wirst:
- Haken: den Gegner mit dem Stock bremsen.
- Halten: den Gegner oder seinen Stock festhalten.
- Stockschlag: mit dem Stock gegen den Gegner schlagen.
- Hoher Stock: den Gegner mit dem Stock über Schulterhöhe treffen.
- Crosscheck: den Gegner mit dem Stockschaft zwischen beiden Händen stoßen.
- Beinstellen: den Gegner mit Stock oder Körper zu Fall bringen.
- Bandencheck: einen wehrlosen Gegner gegen die Bande stoßen.
- Check von hinten: einen Gegner angreifen, der den Treffer nicht kommen sieht.
- Spielverzögerung: zum Beispiel den Puck aus dem eigenen Drittel direkt über die Plexiglasscheibe schießen.
Powerplay und Unterzahl
Sitzt ein Gegner auf der Strafbank, spielt deine Mannschaft im Powerplay, also in Überzahl. Jetzt wird es spannend: Die überlegene Mannschaft lässt den Puck laufen und sucht die Lücke. Die Mannschaft in Unterzahl zieht sich zusammen und verteidigt im Boxplay – Ziel ist, den Puck aus dem eigenen Drittel zu bekommen und die Zeit herunterzuspielen. Trifft sie trotzdem, ist das ein Shorthander, für Fans einer der schönsten Momente überhaupt.
Egal wie viele Strafen es gibt: Durch Strafen hat keine Mannschaft weniger als drei Feldspieler auf dem Eis.
Torhüter raus: Empty Net
Plötzlich verlässt der Torhüter das Eis und alle schreien? Dann nimmt die Mannschaft ihn für einen zusätzlichen Feldspieler heraus. Das passiert meist kurz vor Schluss, wenn ein Team knapp zurückliegt und alles riskiert. Oder während eine Strafe gegen den Gegner angezeigt ist: Der Schiedsrichter pfeift erst, wenn der Gegner den Puck hat, so lange kann die Mannschaft ohne Risiko mit sechs Feldspielern angreifen. Trifft der Gegner ins leere Tor, heißt das Empty-Net-Tor.
Penalty, Verlängerung und Playoffs
- Penalty (Strafschuss): Wird ein Spieler bei einer klaren Torchance von hinten gefoult und hat nur noch den Torhüter vor sich, bekommt er einen Strafschuss. Er fährt allein auf den Torhüter zu, einen Nachschuss gibt es nicht.
- Punkte in der DEL: Für einen Sieg nach 60 Minuten gibt es drei Punkte. Fällt die Entscheidung erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen, bekommt der Sieger zwei Punkte und der Verlierer einen.
- Verlängerung: In der DEL-Hauptrunde wird seit 2016/17 drei gegen drei gespielt. Fällt dort kein Tor, entscheidet das Penaltyschießen.
- Playoffs: In den DEL-Playoffs 2026 waren die Plätze 1 bis 6 direkt im Viertelfinale. Die Plätze 7 bis 10 spielten in den Pre-Playoffs nach dem Modus „best of three“ um die letzten beiden Plätze. Viertelfinale, Halbfinale und Finale werden „best of seven“ gespielt, wer zuerst vier Spiele gewinnt, ist weiter. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, folgen Verlängerungen von 20 Minuten, bis ein Tor fällt – ein Penaltyschießen gibt es in den Playoffs nicht. Solche Nächte können lang werden.
Wie DEL, DEL2 und Oberliga zusammenhängen und wer auf- und absteigt, erklärt das Ligasystem im deutschen Eishockey. In Österreich (ICE Hockey League) und der Schweiz (National League) gelten dieselben Grundregeln des Weltverbands.
Statistik-Sprech: Hattrick, Assist und Co.
- Tor und Assist: Für jedes Tor können bis zu zwei Mitspieler eine Vorlage, den Assist, gutgeschrieben bekommen.
- Hattrick: Ein Spieler schießt drei Tore in einem Spiel.
- Plus/Minus: Zeigt, ob ein Spieler eher bei eigenen Toren (plus) oder bei Gegentoren (minus) auf dem Eis stand.
- Shutout: Ein Spiel ohne Gegentor – der große Moment für den Torhüter.
Kleiner Spickzettel für die Tribüne
| Begriff | Kurz erklärt |
|---|---|
| Slapshot / Schlagschuss | Harter Schuss mit großem Ausholen |
| Onetimer / Direktschuss | Der Pass wird ohne Annahme direkt geschossen |
| Forechecking | Früh im gegnerischen Drittel angreifen und den Puck erobern |
| Coach's Challenge | Der Trainer lässt ein Tor per Video prüfen, etwa wegen Abseits oder Behinderung des Torhüters |
| Drittelpause | Die Pause zwischen den Dritteln, beste Zeit für Fragen |
Gemeinsam in die Halle – oder jemanden finden, der mitgeht
Wer die Begriffe kennt, erlebt ein Spiel ganz anders: Plötzlich jubelst du beim Shorthander mit und ärgerst dich über das Icing in der letzten Minute. Für viele Paare wird das gemeinsame Heimspiel so zum festen Termin. Und wenn du selbst Fan bist und noch jemanden suchst, der mit dir in die Kurve geht: Bei Eishockey-Liebe.de triffst du Singles, die wissen, was ein Powerplay ist. Deinen Club findest du in der Vereinsübersicht.
Quellen & Transparenz
- IIHF Official Rule Book 2023/24 (Spielzeit, Bully, Abseits, Icing, Strafen, Strafschuss, Mannschaftsgröße)
- Wikipedia: Eishockey
- Wikipedia: Deutsche Eishockey Liga
- Wikipedia (englisch): Glossary of ice hockey
- Wikipedia (englisch): 2025–26 DEL season
- ZDFheute: Das Wichtigste zu den DEL-Playoffs 2026
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Eishockeyspiel?
Gespielt werden drei Drittel mit je 20 Minuten reiner Spielzeit, die Uhr stoppt bei jeder Unterbrechung. Mit Pausen dauert ein Spiel etwa zwei bis drei Stunden.
Was ist ein Bully?
Mit dem Bully (englisch Face-off) wird das Spiel gestartet oder fortgesetzt. Ein Schiedsrichter oder Linienrichter lässt den Puck zwischen die Stöcke von zwei gegnerischen Spielern fallen.
Was bedeutet Icing im Eishockey?
Icing heißt auf Deutsch unerlaubter Weitschuss: Eine Mannschaft schießt den Puck aus der eigenen Hälfte über die gegnerische Torlinie. Dann gibt es ein Bully im Drittel der Mannschaft, die geschossen hat, und sie darf vorher nicht wechseln.
Was ist ein Powerplay?
Powerplay heißt Überzahl: Ein Gegenspieler sitzt auf der Strafbank, deine Mannschaft hat also mehr Feldspieler auf dem Eis.
Warum nimmt eine Mannschaft den Torhüter vom Eis?
Für einen zusätzlichen Feldspieler. Das passiert meist kurz vor Schluss bei knappem Rückstand oder während eine Strafe gegen den Gegner angezeigt, aber noch nicht gepfiffen ist.